Beim Musikcorps Großen-Linden stimmte einfach alles
Pressebericht der Giessener Allgemeine von Gabi Beutelspacher
LINDEN (gbp) 21.1.2007. Da stimmte einfach alles beim mittlerweile 11. Neujahrskonzert des Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Großen-Linden am Samstag Abend. Was die über 100 Musiker der drei Musikgruppen und die Helfer hinter der Bühne den gut 1 000 Zuschauern in der Lindener Stadthalle boten, war ein wahres Fest für Ohren und Augen. Die „Aktiven“ des Musikcorps, das Jugendmusikcorps und die aus der ehemaligen Weltmeisterformation hervorgegangenen „74er“ begeisterten mit einem hochkarätigen musikalischen Programm voller Höhepunkte, Überraschungen und Erinnerungen.
Erstmals unterstützten zwei große Leinwände neben der Bühne und eine im Außenbereich die musikalischen Darbietungen mit Bildern und Filmausschnitten. Wie Erster Vorsitzender Klaus Demuth in seiner Begrüßung betonte, ist das alle zwei Jahre stattfindene Neujahrskonzert eine Herausforderung für die Musiker und setzt einen anderen Schwerpunkt als eine Show aus Musik, Marsch und Choreographie.
Unter den Gästen waren auch der „Drillmaster“ von Kerkrade General Peter Everts, Landesstabführer Jörg Dechert, der die Ehrungen durchführte, Kreisbrandinspektor Gert Battenfeld sowie 15 Gäste aus der Lindener Partnerstadt Purgstall. Neben Klaus Demuth moderierte Werner Rauber-Wagner mit kenntnisreichen Details zu den Musikstücken und interessanten Interviews.
Den Auftakt bestritten die Jüngsten, das rund 30-köpfige Jugendmusikcorps unter musikalischer Leitung von Alexander Mehl: Mit drei Stücken, „Summon the Heroes“ und den beiden von ihrem Leiter arrangierten Titeln „School’s Cool und „On Navy Pier“, demonstrierten die jungen Musiker das Ergebnis der intensiven Jugendausbildung und Nachwuchsarbeit des Musikcorps und kamen um eine Zugabe nicht herum.
Abwechslugsreich war der erste Showblock der Aktiven des Musikcorps: Unter musikalischer Leitung von Thomas Schmidt begrüßten die rund 50 Musiker das Publikum mit „The Olympic Spirit“, der Hymne der Olympischen Spiele 1988 in Seoul. „Gabriels Oboe“ aus dem Film „The Mission“ beeindruckte mit einem Solopart des Trompeters Dirk Sasser. Nach der „Promenaden-Polka“ und „Children of Sanchez“ standen im „Concierto de Aranjuez“ mit Trompetensoli des Musikalischen Leiters Thomas Schmidt und Sebastian Schmidt Vater und Sohn gemeinsam auf der Bühne, die Stabführung hatte Kreisstabführer Holger Schmidt übernommen.
Nach der Pause überraschten die Musiker mit einem spektakulären Augenschmaus: Auf der dunklen Bühne sorgten von Schwarzlicht illuminierte Trommelstöcke zu dem Trommelsolo „Show Sticks“ für eine rhythmische und optische Sensation, die Trommelshow hatte Andras Stolle arrangiert und einstudiert. Auf eine musikalische Zeitreise in die Vergangenheit entführten die ehemaligen Weltmeister „74er“.
Unter Leitung von Alfred Peppmöller erinnerte die traditionelle „Trompetenparade“ von Wilm Laros an die Zeit der Gründung des Musikcorps, als noch Instrumente wie Waldhorn, Lyra und Landsknechtstrommeln den typischen Sound bestimmten. In dem Stück „Jamaica“ sorgte mehr Percussion für Rhythmus und Temperament. Als Zugabe spielten die 74er ihren Weltmeistertitels „New Start“ unter musikalischer Leitung von Wolfgang Schmidt.
Zum Kontrast startete das Musikcorps mit dem aktuellen Robbie-Williams-Titel „Angels“ zum fulminanten Abschluss. Totenstill wurde es in der Stadthalle, als auf den Leinwänden filmisch der Weg der Musiker zur Weltmeisterschaft 2005 nach Kerkrade bis zu ihrem Einzug im Stadion zu sehen war. Auf den Punkt setzten die Musiker auf der Bühne mit dem Start des Showmarsches auf der Leinwand mit der „Marines Hymne Fantasy“ ein und spielten taktgenau mit den filmischen Marschschritten – eine ergreifende und spannungsgeladene Darbietung.
Nach dem romantischen Stück „Julia“ mit Alexander Mehl und Sebastian Schmidt als Solisten sorgte „Pirates of the Carribean“ aus dem Film „Fluch der Karibik“ für einen dramatischen Höhepunkt. Zum Abschluss folgte eine Überraschung: Nachdem sich das Musikcorps seit dreißig Jahren standhaft geweigert hatte, das wiederholt gewünschte Stück zu spielen, begeisterten sie ihr Publikum mit dem Klassiker „Alte Kameraden“. Nach mehreren Zugaben und unter Standing Ovations endete das perfekte inszenierte und musikalisch anspruchsvolle Konzert.