Es ist fürwahr ein ehrgeiziges Projekt, das sich die Aktiven des Musikcorps da vorgenommen haben. Schließlich gilt es in den nächsten 12 Monaten eine neue Showperformance einzustudieren und somit die aktuelle, seit einigen Jahren existierende Show „Fackeln im Sturm" abzulösen. Die musikalische Basis wurde bereits vor gut drei Jahren gelegt, als man dem niederländischen Arrangeur Peter Kleine-Schaars den Auftrag erteilte die bekanntesten Melodien aus dem Musical „Tanz der Vampire" auf die Belange des Musikcorps auszurichten und eine anspruchsvolle Komposition zu arrangieren. Im August 2008 wurde mit der Probenarbeit begonnen. Beim Neujahrskonzert 2009 konnte man das Arrangement dann uraufführen und einem begeisterten Publikum in der Lindener Stadthalle ein fulminantes 12-Minuten-Stück präsentieren.
Aber zu einer Show gehört neben der reinen Musik natürlich auch eine Choreographie, sprich die Umsetzung der Musik in die Bewegung. Für diese gleichermaßen diffizile wie zeitintensive Aufgabe konnte vor etwa einem Jahr der Choreograph Rik Boelee aus den Niederlanden gewonnen werden. Dieser hat einen herausragenden Ruf in der Branche, schließlich ist er seit vielen Jahren Chef-Choreograph des mehrmaligen Weltmeisters im Showwettbewerb, K&G Leiden (Niederlande). Nach diversen Vorgesprächen im Frühjahr dieses Jahr machte sich der Mann aus der niederländischen Provinz Südholland ans Werk und präsentierte vor einigen Wochen in Form von Skizzen die ersten Minuten der neuen Show des Musikcorps.
Nun gilt es in den nächsten Monaten die Vorgaben von Rik Boelee umzusetzen. Um sich einen Überblick über das Leistungsvermögen des Musikcorps zu verschaffen und den Musikern seine Vorstellungen der neuen Show näher zu bringen, gastierte der Niederländer Ende Oktober erstmals in Mittelhessen. Dabei wurden am Samstag und Sonntag netto insgesamt knapp 10 Stunden Probenarbeit absolviert! Breits zwei Tage vorher wurden die Musiker im Rahmen eines Kick-off-Meetings auf die anstehende Aufgabe eingestimmt.
Rik Boelee betrat bei seiner Art der Probenarbeit in vielerlei Hinsicht Neuland. Geprobt wurde am kompletten Samstag ohne Instrumente. Es galt, ausschließlich in Form von „Trockenübungen" die verschiedenen Figuren der Choreographie zu erlernen und zu verinnerlichen. Die Musik wurde ausnahmslos vom Band eingespielt und sämtliche Anweisungen erfolgten in englischer Sprache, was den Konzentrationsgrad der Musiker merklich nach oben trieb. Erst nachdem man am Sonntagmorgen die ersten paar Minuten der Show einstudiert hatte, durften die Musiker provisorisch ihre Instrumente aufnehmen, ohne jedoch nur einen Ton zu spielen. Die Musik kam nach wie vom Band; es ging auch in dieser Phase der Probenarbeit in erster Linie um das Einprägen der Schrittkombinationen und der Laufwege. Auch wenn die Instrumente stumm blieben und manche Sequenz zigmal wiederholt werden musste, gingen die Aktiven dennoch sehr diszipliniert und engagiert zu Werke.
Am Wochenende 19./20. November setzte Rik Boelee dann seine Probenarbeit fort. Nachdem es anfangs um die Vertiefung des bereits Erlernten ging, konnten ab Samstagnachmittag dann auch neue Figuren eingeübt werden. Das herrliche Herbstwetter wurde dazu genutzt auf dem nahegelegenen Rasenplatz in freier Natur zu proben. Und auch am Sonntagmorgen wurde auf der Rasenfläche hochkonzentriert weitergearbeitet. Die Fortsetzung des Engagements des Niederländers folgt im Frühjahr. Bis dahin haben die Musikalischen Leiter Alexander Mehl und Thomas Schmidt sowie die Registerverantwortlichen jede Menge Arbeit vor sich um die Show zu vertiefen und zu präzisieren.