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Premiere für singende Musikcorpsweltmeister

Giessener Anzeiger
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18.01.2011 - LINDEN
1100 Zuschauer erleben facettenreiches Konzert, auch mit japanischen Trommeln, des Musikcorps - Auftritt mit stehenden Ovantionen belohnt
(ee). Einen professionellen Auftritt auf höchstem Niveau erlebten rund 1100 Zuhörer beim Neujahrskonzert des Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Großen-Linden in der Lindener Stadthalle. Die zweijährige Wartezeit hatte sich gelohnt. Nach vier Stunden endete das Neujahrskonzert mit dem Paradestück „Paso Doble“ und stehenden Ovationen.

Zur mittlerweile 13. Auflage bescherten die drei Formationen - Jugendmusikcorps, Aktive und 74er-Weltmeisterformation - ein facettenreiches Musikprogramm, das wiederum Musikcorpsvorsitzender Werner Rauber-Wagner souverän präsentierte.

Mit zahlreichen Informationen zu den Stücken, aber auch zur Übungsarbeit und den zahlreichen Auftritten der Großen-Lindener Musikbotschafter wartete Rauber-Wagner auf, wobei auf den zwölf Quadratmeter großen Leinwänden an den beiden Bühnenseiten auch noch einige Impressionen aus der Vereinsarbeit zu sehen waren, ebenso wie Videosequenzen, zu denen die Musiker wie etwa zum Michael Jackson-Medley passende Musik spielten. Auch flimmerten erstmals Livebilder von der Bühne über die Leinwände. Doch nach wie vor steht die Musik, abgesehen von den Ehrungen langjähriger Musiker im Mittelpunkt des Konzerts, bei dem die rund 100 Musiker eindrucksvoll nicht nur die Vielseitigkeit, sondern auch ihre ausgezeichnete musikalische Ausbildung und Ausdrucksweise unter Beweis stellten.

Gleich zehn neue Arrangements hatten die musikalischen Leiter Alexander Mehl, Alfred Peppmöller und Thomas Schmidt in den vergangenen Monaten einstudiert, um die Zuhörer mit auf eine musikalische Reise von Deutschland nach Belgien, Niederlande, Österreich, Italien, Schweiz, Polen, England, Tschechien, in die USA und nach Lateinamerika zu nehmen.

Dabei schöpften die Klangkörper die gesamte Bandbreite ihres von Marsch, Latin, Blues und Rock bis hin zu Pop, Klassik, Musical und Filmmusik reichenden Repertoires aus. „Zehn neue Musiktitel im Konzertprogramm des Musikcorps, das hat es in der Historie des Vereines noch nie gegeben“, so Rauber-Wagner, alles unter dem Motto „Märsche und Mehr - Musik aus vielen Ländern unserer Mutter Erde!“.
Wie international das Musikcorps aufgestellt ist, zeigte auch das Trommelspiel, für das Michael Stolle mit Kollegen verantwortlich zeichnete. Es war eine Hommage an die Japanreise in die Lindener Partnerstadt Warabi im November 2009. Die Trommler aller drei Formationen waren involviert. Es erwies sich als gelungenes Generationenprojekt, wobei mit Oliver Dick und Tobias Dick sowie Jörg Dechert und Julien Dechert jeweils Vater und Sohn auf der Bühne standen. Friedel Mehl übernahm die Koordination auf der Bühne. Auch der japanische Generalkonsul Toyoei Shigeeda war gekommen. Seine Ehefrau Michiko, die vom dem Spektakel genauso wie er fasziniert war, fotografierte eifig.

Mit dem rockigen Stück eines jeden Robbie-Williams-Konzert „Let me entertain you“ eröffnete das Jugendmusikcorps unter Alexander Mehl und Lars Gerit Schmidt an der Solotrompete das Musikfeuerwerk, das neben dem Filmklassiker „Born to be wild“ und der Leonard Cohen-Ballade „Halleluja“ mit den beiden Trompetenspolisten Kai Adrian Adam und Jens Schmidt als Zugabe unter der Leitung von Max Demuth „Our Banner“ umfasste.

Ein besonderer Dank galt Jugendleiter Christian Mehl und allen ehrenamtlichen Ausbildern. Den Abschluss des ersten und den Schlusspunkt des zweiten Konzertteils gestaltete „das Herzstück des Vereins“, das Musikcorps, unter seinen Leitern Thomas Schmidt und Alexander Mehl. Ihnen war die beeindruckende Musikauswahl zu verdanken. Wunderschöne Melodien mit rockigen Abschnitten aber auch gefühlvolle Balladen aus „Tanz der Vampire“, ebenso wie aus dem beeindruckenden Blasorchesterwerk „Constellation“ und dem Konzertmarsch „Gibraltar“, aber auch der beliebte Gladiator-Marsch waren zu hören und verlangten den Musikern auch einiges ab. Mit dem vom ehemaligen Musikcorpsmusiker Bodo Schön arrangierten „Flor de Luna“ wandte sich die Brassband der lateinamerikanischen Klängen zu und bei „Udo Jürgens Best of“ hielt es die Zuhörer nicht mehr auf ihren Stühlen. Da gab es stehende Ovationen - auch für die humorige Einlage des Dirigenten Thomas Schmidt im weißen Jürgen-Bademantel - der eigentlich nur noch vom Schlusssstück „Paso Doble“ übertroffen wurde.
Die 74er-Weltmeisterformation unter Alfred Peppmöller wartete mit einem Novum auf, denn die „alten Herren“ sind acht Jahre nach ihrer Reaktivierung immer noch mit Begeisterung bei der Sache um den alten Sound des Musikcorps zu pflegen. Doch bei „Adalita“ traten die Musiker erstmals auch als Sänger auf - und wurden mit Spontanbeifall belohnt. Unter Ehrenstabführer Wolfgang Schmidt erfolgte mit der Zugabe „New Start!!“ jenes Stück, das die 74er zur Doppelweltmeisterschaft führte.

Die Teilnahme am Deutschlandpokal in Alsfeld steht erneut an, nachdem der erste bravourös absolviert wurde. Allen Musikern war am Ende eines grandiosen Konzerts der Spaß an der Musik anzusehen, die nach den Worten des Moderators Verständigung zwischen Jung und Alt fördert, Selbstwertgefühl stärkt, soziales Lernen fördert und einfach Spaß macht.

Geschenke gab es am Ende noch für den Vize-Vorsitzenden Roland Reuschel (Aufbau und Aufbereitung), Frank Schorge (organisatorischer Ablauf), Klaus Schaarschmidt (Regie) sowie Beate Hofmann und Jürgen Braun (Versorgung).

Im Rahmen des Neujahrskonzert wurden 13 Musiker ausgezeichnet. Jochen Rietdorf (Reichelsheim), Landesstabführer des Landesfeuerwehrverbandes Hessen, nahm gemeinsam mit Kreisstabführer Karlheinz Schmitt (Reiskirchen) im Beisein des stellvertretenden Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzenden Michael Weber (Linden) und Kreisbrandinspektor Mario Binsch die Ehrungen vor. Mit dem Feuerwehrmusikerehrenzeichen in Bronze für 15 Jahre als Musiker wurden Manfred John (Oppenrod), Christian Liebermann, Patrick Weihrauch, Sascha Engel (Hüttenberg) und Florian Bestajovsky (Heuchelheim) ausgezeichnet.

Gerhard Weigand und Ralph Merseburg sind beide seit einem Vierteljahrhundert als Musiker aktiv und erhielten dafür jeweils das Feuerwehrmusikerehrenzeichen in Silber. Das Feuerwehrmusikerehrenzeichen in Gold für 40 Jahre als Musiker konnten Gerd Krauskopf, Frank Mattern, Werner Rauber-Wagner, Joachim Luh und der ehemalige Landesstabführer Jörg Dechert (Watzenborn-Steinberg) in Empfang nehmen. Beifall gab es für Rudi Dudenhöfer, der für 50 Jahre als Musiker beim Musikcorps die Feuerwehrmusiker-ehrennadel in Gold mit Diamant überreicht bekam. Erster Gratulant war Bürgermeister Dr. Ulrich Lenz, der den langjährigen Musikern für ihr Wirken ein Präsent überreichte.