Es war eine Premiere und eine gelungene dazu. Erstmals erhielt das Musikcorps der Freiwilligen Feuerwehr Großen-Linden eine Einladung der „Königlichen Musikfreunde“ aus Brüssel an dem renommierten, alljährlich stattfindenden Taptoe in der „Hauptstadt Europas“ teilzunehmen. Besagtes Event feierte am vergangenen Samstag bereits seine 11. Auflage. Bevor es zum abendlichen Stelldichein mit internationalen Musikbands auf dem „Groter Markt“ kam, stand für die Aktiven des Musikcorps erst noch eine Sightseeing-Tour auf dem Programm. Zur Tagesmitte hatte man Brüssel per Bus erreicht und nahm zunächst das „Atomium“ unter die Lupe. Das weltberühmte, 102 Meter hohe Gebäude wurde zur Weltausstellung 1958 errichtet, und stellt eine 165-milliardenfache Vergrößerung eines Eisenmoleküls dar. Seit der Vollsanierung erstrahlt das ungewöhnliche Bauwerk wieder in vollem Glanz. Vorbei an „Expo“ und „Mini-Europe“ ging es dann stadteinwärts. Zunächst passierte man den „Palais Royal“, den „Palais de Justice“, ehe man den mächtigen „Arc de Triomphe“ in Augenschein nehmen konnte. Der etwa 50 Meter hohe Triumphbogen wurde 1905 zur 75-Jahr-Feier Belgiens fertig gestellt und ist der Mittelpunkt einer gewaltigen Gebäudeansammlung. Rundherum stehen riesige Prachtgebäude, in denen Museen untergebracht sind. Dem schloss sich die „Cathedrale Saint-Michel“ an, die Nationalkirche des Königreichs Belgien ist. Die ab 1225 errichtete, barocke Kathedrale besitzt zwei 69 Meter hohe, stumpfe Türme. Unter anderem die prächtigen Glasfenster aus dem 16. Jahrhundert machen sie zu einem wahren Glanzstück. Danach ging es in das Herzstück der belgischen Kapitale, den „Groter Markt“, einen der schönsten Plätze Europas und seit 1998 in der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes vertreten. Neben dem „Hotel de Ville“, dem Rathaus mit seinem filigranen Turm, fügen sich zahlreiche Prachtbauten zu einem eindrucksvollen Häuserensemble. Nachdem man dem „Manneken Pis“, dem nur 60 Zentimeter großen pinkelnden Knaben aus Bronze gewissermaßen einen Pflichtbesuch abgestattet hatte, beendete man mit dem Gang über Brüssels Fressgasse, der „Rue des Bouchers“ und der beeindruckenden Luxusgalerie „Galeries Royales“ die Stadtbesichtigung. Schließlich hatte man am Abend mit dem Taptoe noch einen wichtigen Auftritt zu bestreiten.
Zur Einstimmung auf das Taptoe zog das Musikcorps dann am frühen Abend, zusammen mit den übrigen mitwirkenden Musikgruppen, in Marschformation durch das bunte, mittelalterlichen Gassengewirr der Brüsseler Innenstadt. Nach dem Passieren der berühmten „Rue des Bouchers“ hatte man dann den „Groter Markt“, den Austragungsort des Taptoe, erreicht. In den nachfolgenden knapp drei Stunden boten die teilnehmenden Gruppen den mehreren tausend Besuchern ein tolles Showprogramm. Neben dem Musikcorps Großen-Linden nahmen folgende Bands am Taptoe teil: Koninklijke Harmonie Concordia Kunst naar Vermogen Moorsele (Belgien), Corio Collective aus Heerlen (Niederlande), La Vaillante aus Saint-Quentin (Frankreich) sowie das beim WMC 2009 in Kerkrade in der First Division siegreiche Showkorps Wilhelmina (Niederlande). Das Musikcorps, unter der musikalischen Leitung von Alexander Mehl stehend, zeigte bei seiner Showpräsentation eine tolle Leistung und heimste viel Applaus bei den Besuchern ein. Pünktlich zum Beginn des großen Finales und dem Einzug aller Mitwirkenden setzte dann ein gigantisches Feuerwerk ein, das den „Groter Markt“ zu einer atemberaubenden Kulisse werden ließ. Die von allen Gruppen gemeinsam vorgetragene „Ode an die Freude“ aus dem Schlusssatz der 9. Sinfonie von Ludwig van Beethovens war dann zu vorgerückter Stunde emotionaler Höhepunkt einer insgesamt eindrucksvollen Veranstaltung. Beim abschließenden Bankett bedankten sich die Organisatoren der „Königlichen Musikfreunde“, Anja Amerijckx und William Huybandt beim 1. Vorsitzenden des Musikcorps Werner Rauber-Wagner und dem musikalischen Leiter Alexander Mehl für die sehr gute Showperformance an diesem Tag. In den späten Abendstunden genossen die Musiker dann noch das Großstadtflair der belgischen Hauptstadt.
Am nächsten Morgen bestand dann nochmalig die Gelegenheit die Brüsseler Hauptstadt auf eigene Faust zu erkunden. Nachdem dann zur Mittagszeit ein jeder die leckeren belgischen Pommes respektive Waffeln gekostet hatte, ging es danach wieder gen Heimat. Vorsitzender Werner Rauber-Wagner und der musikalische Leiter Alexander Mehl bedankten sich abschließend bei allen Musikern für das disziplinierte Auftreten bei diesem neuerlichen Auslandsgastspiel und zeigten sich sehr zufrieden über die gezeigten musikalischen Darbietungen.
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